Quality in caregiving

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Faces of rainbowtrekkers:

Haley Passmore über Quarantäne aus der Sicht von Erziehern

Unter der Rubrik „Faces of rainbowtrekkers“ stellen wir Ihnen in loser Folge unsere pädagogischen Mitarbeiter vor. Dieses Mal treffen wir Haley Passmore aus unserer Kita in Köln-Widdersdorf. Mit der gebürtigen US-Amerikanerin sprach unsere Personalreferentin Elena Kempe.

Haley ist seit April letzten Jahres unsere neue Kollegin bei den rainbowtrekkers und arbeitet in Widdersdorf als Assistentin mit den großen Kindern in der Smarties-Gruppe. Sie ist in Georgia, USA, aufgewachsen und hat unter anderem Deutsch studiert. Ihr Wissen hat sie in einem Jahr als Au Pair in Deutschland vertieft und in der Praxis angewendet, bevor sie bei den rainbowtrekkers durchstartete. Sie lebt jetzt mit ihrem Freund in einem alten Bauernhaus auf dem Land.

Das Interview mit Haley fand kurz vor Weihnachten über den Videochat von Teams statt. Wir sind beide im Home Office und ich kann bei ihr im Hintergrund schon den großen, geschmückten Weihnachtsbaum sehen.

Da sie nun aufgrund eines positiven Testergebnisses innerhalb der Kita schon das zweite Mal innerhalb kurzer Zeit in Quarantäne ist, wollen wir heute darüber reden, wie sich das Leben und die Arbeit in Quarantäne so gestaltet.

Elena: Hallo Haley, du bist jetzt schon das zweite Mal zusammen mit zwei Kolleginnen vom Gesundheitsamt in Quarantäne geschickt worden. Wie fühlst du dich? Geht es dir gut?

Haley: Danke der Nachfrage, gesundheitlich geht es mir sehr gut. Ich habe keine Symptome und bin nicht krank. Trotzdem fühle ich mich nicht topfit, da es ein komisches Gefühl ist, nicht raus zu dürfen. Und ich bin normalerweise ein sehr aktiver Mensch.

Ich muss aber dazu sagen, dass ich noch großes Glück habe! Denn ich wohne hier in einem großen, alten Bauernhaus zusammen mit meinem Freund und unserem Hund namens Mahina. Wir haben glücklicherweise einen Hof, in dem ich mit Mahina spielen kann.

Es wäre für mich viel schlimmer, wenn ich in der Stadt wohnen würde und in einer kleinen Wohnung eingesperrt wäre. Da habe ich viel Mitgefühl für andere.

Rainbowtrekkers Haley Passmore

Was geht einem so durch den Kopf, wenn man hört, man hatte direkten Kontakt mit jemandem, der positiv getestet wurde, und was geschieht dann?

Es war für mich jetzt keine große Überraschung, dass das passieren wird. Die Zahlen stiegen überall, es gibt überall positive Fälle und in einer Kita sind nunmal viele Menschen unterwegs.

Beim ersten Mal mussten wir zunächst noch überlegen, was genau und wie wir den Kindern erklären können, was gerade passiert und warum sie nach Hause müssen. Sie sollten es verstehen und damit umgehen können.

Beim zweiten Mal ging dann alles schon viel schneller. Aber natürlich hatte die zeitliche Nähe zu Weihnachten allen Probleme bereitet und da gab es auch einige Fragen zu klären:

Bis wann geht die offizielle Quarantäne? Können wir Oma und Opa an Weihnachten sehen? Alles Fragen, die nicht immer leicht zu beantworten sind.

Neben der Ordnungsverfügung des Gesundheitsamts kommt auch ein Schreiben, mit dem wir uns dann testen lassen können. Wir haben hier einen alten Burger King, der zu einem Corona-Test-Drive-In umgebaut wurde. Da werde ich später auch noch hin fahren.

Durch die Kita-Schließung am Anfang des Jahres hatte rainbowtrekkers viele Anstrengungen in die Digitalisierung der Kitaarbeit und in die Umsetzung von Home-Office-Projekten gesteckt. Macht das die Umstellung von Kita-Alltag auf Home Office einfacher?

Ich fand das technisch und inhaltlich nicht so schwierig. Gleich am nächsten Tag haben wir den Online Morning Circle gestartet und auch sonst war schnell klar, was es noch zu tun gibt.

Was jedoch nicht so einfach geht, ist die Umstellung des Alltags auf Home Office. Man ist es gewöhnt den ganzen Tag mit Kindern zusammen zu arbeiten.

Da ist es schon eine ganz schöne Herausforderung, plötzlich acht Stunden am Tag vor dem Computer zu sitzen. Man vermisst die Kita.

Was arbeitest du so im Home Office?

Zunächst mussten wir die Morning Circles so umplanen, dass sie online für die Kids möglich sind. Wobei ich sagen muss, dass die meisten topfit im Umgang mit den Computern sind und absolut keine Berührungsängste mit der Kamera haben. Heute hatten wir das Thema „Show and Tell“. Die Kinder durften etwas zeigen, was sie besonders mögen und etwas darüber erzählen. Da haben wir sogar einem Hasen beim Möhren knabbern zugesehen.

Abgesehen von diesen haben wir einiges zu tun, wie zum Beispiel das Schreiben der Lesson Plans, Portfolios, Preschool Curriculum etc. Natürlich bleibt dann noch Zeit übrig, die nutzen wir, um zum Beispiel besondere gruppenübergreifende Ereignisse zu planen. Letztes Mal haben wir die Weihnachtsfeiertage und Thanksgiving geplant. Diesmal sind wir schon an Karneval dran. Und natürlich gibt es immer irgendetwas, für das noch keine Zeit war und jetzt endlich abgearbeitet werden kann.

Wie sieht dein Alltag im Home Office denn aus? Ist dein Tag durchstrukturiert oder eher weniger?

Teils teils. Eigentlich bin ich nicht so der Frühaufsteher, aber durch den Morning Circle muss ich morgens immer zur gleichen Zeit raus. Danach arbeite ich an allen möglichen Konzepten oder wir machen im Team eine Videokonferenz. Wenn ich aber das Gefühl habe, dass mir die Decke auf den Kopf fällt, dann gehe ich schon mal mit meinem Hund spielen oder nutze die Gelegenheit, um mit meiner Familie zu telefonieren.

Durch die Zeitverschiebung ist das sonst nicht immer einfach. Dadurch kann sich die weitere Arbeitszeit dann schon mal nach hinten verschieben.

Wenn du nicht gerade arbeitest ... hast du während deiner Quarantäne-Zeit neue Hobbies entwickelt?

Ja, ich würde sagen „Weihnachtsdeko“ ist mein neues Hobby. Ich habe unser Haus geschmückt und Schmuck für den Weihnachtsbaum gebastelt: getrocknete Orangen und viele Anhänger aus Filz: Elche, Schnecken, Eichhörnchen, Sterne etc.

Dabei habe ich aber feststellen müssen, dass die typischen deutschen Weihnachtsbäume nicht so sehr nach Tannenbaum riechen, wie ich es aus meiner Heimat kenne. Wir wohnten direkt gegenüber einer Weihnachtsbaumfarm und diese Tannen hatten so einen intensiven Duft. Das vermisse ich sehr!

Habt ihr denn noch genug Toilettenpapier bereit und wer kauft für euch ein, wenn ihr beide in Quarantäne seid?

Wir haben noch eine Packung. Also ich bin ziemlich zuversichtlich, dass das kein Problem ist. Mein Freund musste auch schon einmal in Quarantäne und da ich wegen Corona noch immer keinen deutschen Führerschein habe, ist dann seine Mutter für uns Einkaufen gegangen. Für diese Hilfe sind wir sehr dankbar.

Hast du zum Abschluss noch einen Tipp für alle, die mal in Quarantäne müssen?

Versuche Normalität beizubehalten! Das heißt: Stehe auf, mach dich fertig und verbringe den Tag nicht im Schlafanzug. Mir hilft auch immer sehr der Sport. Letztes mal habe ich viel Yoga gemacht oder zu Youtube-Videos getanzt. Auch Podcasts helfen mir, aktiv zu bleiben.

Das hält nicht nur den Körper fit, sondern auch den Kopf. Man fühlt sich einfach produktiver. Und natürlich: Kochen! Man hat etwas zu tun und kann sich auf ein leckeres Gericht hinterher freuen. Wer isst denn nicht gerne?

Vielen Dank für deine Zeit!

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