Quality in caregiving

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Papas rein in die Kita!

Väterarbeit jenseits überkommender Stereotypen

Zunehmend wird in Kindertagesstätten darüber nachgedacht, wie Väter besser angesprochen, erreicht und nachhaltig eingebunden werden können. rainbowtrekkers ist der erste Träger in Köln, der eine eigenes Väterprogramm für seine Kitas aufbaut und personelle Ressourcen dafür geschaffen hat, dass Väter aktiver ins Kitaleben eingebunden werden.

Väter sind aus vielerlei Gründen – z. B. aufgrund der vergeschlechtlichten öffentlichen und privaten Arbeitsteilung – meist weniger präsent in Kindertagesstätten als Mütter. Einige Väter fühlen sich zudem durch die bisherige Elternarbeit nicht angesprochen oder angesichts der geringen Präsenz von Männern in Kitas eher unwohl oder fehl am Platze.

Väter wünschen sich mehr Beteiligung

Die gesellschaftlichen Vorstellungen von Vaterschaft bzw. Väterlichkeit und Familie haben sich in den letzten Jahrzehnten jedoch massiv verändert. Viele Väter wünschen sich mittlerweile eine stärkere oder gleichberechtigte Beteiligung an der Erziehung ihrer Kinder jenseits der Rolle des Familienernährers. Damit verbunden sind zugleich ein Wandel und eine Vervielfältigung der Bilder von Vaterschaft, Männlichkeit und Familie. Allerdings sind diese Veränderungen von großer Widersprüchlichkeit geprägt: Wunsch und Wirklichkeit klaffen an dieser Stelle oft weit auseinander.

Zum einen zeigt sich, dass es ein langer Prozess ist, bis sich geschlechtlich verfestigte Handlungsweisen tatsächlich ändern. Zum anderen stoßen Väter, die sich mehr der Familie widmen wollen, mit dem Wunsch nach Teilzeit und der Elternzeit in der Arbeitswelt immer noch auf Widerstände und Unverständnis.

Papas rein in die Kita!

Trotz des Wunsches vieler Paare nach einer geschlechtergerechten Aufteilung der Erziehungs- und Haushaltsarbeit kommt es spätestens nach der Geburt des ersten Kindes oft zu einer Retraditionalisierung der Arbeitsaufteilung in Familien. Doch wie kann Vaterschaft jenseits der traditionellen Ernährerrolle aussehen? Wie können Väter jenseits stereotyper Männlichkeitsbilder mit ihren erzieherischen, fürsorglichen und tröstenden Kompetenzen gesehen und gestärkt werden?

Vaterschaft jenseits von Stereotypen

Die Väterforschung hat sich in den vergangenen Jahren dieses Themas angenommen. Die Bedeutung des Vaters für Kinder wird insofern zunehmend diskutiert. Psychoanalytische Ansätze betonen die Bedeutung des Vaters in der Entwicklung des Kindes insbesondere im Hinblick auf die Ablösung von der Mutter und die Autonomieentwicklung ab dem zweiten Lebensjahr.

Allerdings zeigen sich auch hier stereotype Männlichkeitsbilder, dass der Vater fast ausschließlich als der ‚Befreier‘ des Kindes aus der Symbiose mit der Mutter thematisiert wird, als derjenige, der das Autonomieverhalten der Kinder unterstützt, als der mit dem risikoreicheren Spielverhalten etc. Pflegerische und tröstende Tätigkeiten und die Bedeutung des Vaters im Säuglingsalter wurden lange ausgeblendet.

Männer In Kitas

Das in diesen Ansätzen vorausgesetzte Familienmodell ist jedoch mittlerweile überholt. In diesem Zusammenhang wird auch auf neuere Arbeiten der Bindungsforschung verwiesen. Nachdem die Mutter lange als wichtigste Person für das Kind betrachtet wurde, wird nun vermehrt die Bedeutung des Vaters als Bindungsperson berücksichtigt und dieser ebenso als primärer Versorger gesehen. Und es zeigt sich z. B., dass berufstätige Mütter ein ebenso risikoreiches und aktivierendes Spielverhalten wie berufstätige Väter an den Tag legen. Insofern prägen auch soziale Faktoren und familiäre Arrangements, und nicht in erster Linie das Geschlecht, den Umgang mit den Kindern. Die in der Väterforschung oftmals betonte ‚andere‘ Bindung der Väter zu den Kindern reproduziert unhinterfragt Geschlechterstereotype. Insofern werden Väter zunehmend in ihrer Wichtigkeit für Kinder gesehen, es fehlen jedoch alternative Vorbilder und Bilder von Vätern jenseits bisheriger stereotyper Vorstellungen vom Vater als ‚anders‘ als die Mutter.

Väterarbeit in Kindertagesstätten

Vielfältige Väterarbeit in Kindertagesstätten

Kindertagesstätten suchen angesichts der stärkeren Präsenz von Vätern in der Erziehung und damit auch in den Kitas vermehrt nach Möglichkeiten und Methoden, um Väter stärker in ihre Arbeit und den Kitaalltag einzubinden. Die Erziehungspartnerschaft mit den Eltern ist ein zentraler Bestandteil der Arbeit in Kindertagesstätten. Väter werden in der Väterarbeit als Teil des Systems Familie gesehen und sollen in ihrer erzieherischen Funktion gestärkt werden.

Welche Angebote für Väter in Kitas machen jedoch angesichts der Vielfalt von Vätern Sinn? Väter können alleinerziehend sein oder getrennt lebend vom Kind, sie können berufstätig oder erwerbslos sein, konservativ oder alternativ. Manche Kinder haben keinen Vater mehr, oder haben keinen Kontakt mit ihm. Oder sie haben einen sozialen Vater. Manche Kinder leben in Patchworkkonstellationen oder einer Regenbogenfamilie ohne, mit einem oder zwei Vätern.

Kindertagesstätten haben insofern insbesondere in Großstädten mit einer vielfältigen Mischung von Eltern mit unterschiedlichen Wertesystemen zu tun. In der Ausgestaltung einer Väterarbeit, die diese Vielfältigkeit berücksichtigt, liegt eine besondere Herausforderung.

(Quelle: http://www.koordination-maennerinkitas.de/)

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